You are currently viewing Ein Sonntag mit Muddi

Ein Sonntag mit Muddi

Letzten Sonntag habe ich den ganzen Tag mit meiner Mutter verbracht – da wir beide Mamas sind, uns ein betagteres Alter eint und wir ne Menge miteinander erlebt haben – genießen wir das Geschenk der Augenhöhe und des klaren Kommunizierens.

In den 9 Stunden unseres Zusammenseins kamen Themen auf, die wir schon seit Jahren immer und immer wieder mal durchkauen – auf beiden Seiten sitzen einige „Verletzungen“ nach wie vor tief und schauen ab und an mal wieder vorbei – sie wollen eben auch ans Licht – gesehen, gefühlt, bewegt und endlich losgelassen werden.

Ein Thema war, dass es bestimmte Arten von Verletzungen im Leben gibt, die nie wirklich heilen können – man kann zwar seinen Frieden damit machen, aber sie sitzen so tief, haben sich so fest verankert, dass sie kaum lösbar sind.

Unser süßer kleiner Verstand sagt uns dann manchmal – damit bin ich fertig, ich habe es überwunden, ich bin im Frieden mit dieser oder jener Situation.

Und dann – dann kommt Jahre später eine ähnliche Situation auf einen zu und peng, die Falle schnappt zu und man befindet sich wieder mittendrin im Thema und zwar genau in dem, von dem man ja sehr weise behauptete – damit bin ich fertig und in Frieden!

Nee, man ist eben nicht fertig, weil das Leben uns ganz heil haben will und deshalb tischt es uns immer wieder gewisse Themen auf, unser Verstand will das nicht, er schickt die unangenehmen Gefühle in die Versenkung – fühlt sich ja auch echt kacke an, nee nee – das will man nicht fühlen.

So kann man aber eben nun mal nicht heilen – denn es WILL GEFÜHLT werden! Und zwar so lange bis wirklich alles, jedes noch so kleine Fitzelchen an Schmerz durch uns durchgefühlt wird.

Und genau das ist der Grund, weshalb meine Mutter und ich immer mal wieder im Urschleim rühren – damit alles, wirklich alles irgendwann mal heilen kann.

Ohhhh ja, das ist aufwendig und macht Arbeit. Da gibt es kein Weglaufen, sich verstecken, kleinreden – da wird alles auf den Tisch gepackt – oh ja, es können Tränen fließen… es wird alles von allen Seiten beleuchtet, jeder darf seinen Standpunkt benennen, es dürfen auch Pat – Situationen entstehen, alles ist gewünscht und erlaubt.

Ich persönlich glaube nicht an Heilungen auf Knopfdruck – einer Heilung geht immer ein Fühlen, ein Umdenken und Veränderung im Umgang mit unseren Gefühlen voraus, gefolgt von lebensverändernden Herangehensweisen im täglichen Leben.

Wir haben verlernt wirklich ehrlich und auf Augenhöhe miteinander zu kommunizieren. Kaum einer nimmt sich die Zeit und Muse, so lange zu reden bis man eine Alternative gefunden hat, den anderen versteht oder gar fühlt.

Auch an Bereitschaft etwas zu verändern – zu heilen – fehlt es oft.

Jeder für sich will RECHT bekommen um sich ja nicht selbst zu hinterfragen und ehrlich zu reflektieren.

Auch dort sind oft Wunden – Wunden der vermeintlichen Unzulänglichkeit – ich bin es nicht wert – Emotionen.

Ich liebe meinen Freund dafür, der frei von der Leber weg, sagen kann – Rini, du hast recht!

Wir haben schon einen Running – Gag – ich antworte dann immer – ja, ich weiß – mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Das heißt natürlich nicht, dass immer nur ich recht bekomme – er hat auch ganz gut einen Überblick und wir harmonieren fantastisch, wenn es mal Unstimmigkeiten gibt. Keiner kann alles wissen – zusammen wissen wir das meiste.

Ok, über Wissen und Recht haben wollte ich an sich gar nicht schreiben, das kam grad so aus meinen Fingern geflutscht. Und ich hab auch noch bissl den Faden verloren – keine Angst, ich finde ihn wieder… Moooment ich muss mich sammeln…

Hab den Faden wieder… so einen großen Bogen hatte ich doch nicht geholt – Kommunikation, ehrliches Fühlen und Recht bekommen – das kennt ihr doch alle oder?

Es fühlt sich doch zauberhaft an, wenn alles genauso läuft wie wir es uns in unserem Erbsenhirn vorstellen – oder??? Und? Wo ist da dann die Entwicklung? Nicht signifikant nachweisbar – ergo, dann wäre das Leben sinnlos.

Also Leute, nehmt euch die Zeit, redet und fühlt euch gegenseitig… lasst es zu, lasst die Tränen zu – es sind Tränen der Heilung, genießt eine Pat – Situation – denn ihr habt beide, aus eurem Blickwinkel betrachtet „recht“ – nehmt den Platz des anderen ein und versucht euch in ihn hineinzuversetzen – übernehmt Verantwortung für alles was ihr fühlt, sagt und tut.

Wenn Ihr Hilfe benötigt – bucht mich gern, wisst allerdings – ich gebe euch nur Tipps, euer Leben lebt ihr selbst – wer sich nicht verändern will – bucht bitte NICHT!