You are currently viewing Langeweile is öde… oder doch nicht?

Langeweile is öde… oder doch nicht?

Erinnert ihr euch noch wie es ist Langeweile zu haben?

Als Kind hatte ich sehr oft Langeweile. Das hat mich tierisch genervt – ich sahs da und starrte Löcher in die Wand… voll sinnlos… in meinem Kopf spielte zwar alles verrückt, ich hatte Ideen ohne Ende – nur kam ich selten in die Umsetzung.

Heute bin ich erwachsen und ja, ich habe immer noch Zeit für Langeweile – wie kommt das? Ist das erstrebenswert? Oder isses einfach nur öde und eben laaaangweilig?

Also ich liebe sie, die Langeweile – da habe ich nach wie vor die coolsten Ideen, mittlerweile bin ich auch in der Lage, die meisten davon umzusetzen – gut, manche sind auch wirklich hirnrissige Hirngespinste – aber hey, es macht echt Spaß.

Wie kommt das, dass ich Langeweile habe?

Ich habe mein Umfeld so strukturiert, dass ich fast alles was anfällt gleich erledige ODER auch mal eine Aufgabe wochenlang liegen lassen kann, ohne dass mein innerer Kritiker ständig mit mir meckert. Mir ist wichtig, dass ich mich in einer Grundordnung befinde, wo alles seinen Platz hat – ich wasche Wäsche, anschließend landet sie auch gleich wieder im Schrank, ich putze nicht mehr jede Woche das Haus von oben bis unten, der Garten ist so gestaltet, dass er sich weitestgehend alleine kümmert – gut, gießen „muss“ ich schon ab und an.

Ich liebe es, mich so zu strukturieren, dass ich viel Zeit für mich und meine süße Langeweile habe – die Balance zwischen – ich schaffe heute richtig viel und falle selig ins Bett und ich hatte Zeit zum Nichtstun – ist mir sehr wichtig.

In dieser Zeit kann ich mich reflektieren, manifestieren, meine Texte schreiben, Ideen ausfeilen – ich sein und mein Sein genießen.

Wie sieht es bei dir aus? Gönnst du dir Zeit für dich? Lässt du dich dabei stören? Oder bist du immer nur am tun und denkst, dass du die Welt retten musst? Kannst du dir den Raum nehmen, den du brauchst um immer wieder bei dir anzukommen? Kannst du es aushalten, alleine zu sein und wirklich nichts zu machen? Gar nichts? Wirst du unruhig, wenn du nichts tust? Fühlst du dich einsam, wenn du alleine bist? Machst du dir Sorgen? Hast du Angst? Fahren deine Gedanken Achterbahn? Kannst du vielleicht sogar meditieren?

Manche Mama, die das jetzt liest, fragt sich ob ich noch alle Latten am Zaun habe – ja wir/ ihr Mamas haben viele Verpflichtungen. Natürlich, die habt ihr zweifelsohne – viele haben dennoch vergessen, dass ihre erste Pflicht darin besteht, dass es ihnen gut geht. Und ich schreibe hier nicht von Rücksichtslosigkeit unseren Kindern gegenüber, nur damit Mama sich gut fühlt. Nein, ich meine, dass ihr eure Kinder ins Boot holt, mit ihnen sprecht und erklärt, dass auch ihr Raum braucht. Oder, dass ihr euch, wenn ihr Babys habt, Hilfe holt.

Ich weiß, dass man als Mama gern alles schaffen und stemmen möchte – ihr seid nicht alleine, lasst euch helfen. Bittet um Hilfe.