Irre – ich kann die Zeit anhalten!

17. Mai 2023

Ja, ich kann das wirklich – denkt was ihr wollt, ich kann das!

Letztens hatte ich einen Termin, ich musste recht früh aufstehen, nein Morgenmensch bin ich eher keiner…das ist ein Krampf für mich, an dem Tag ging es nicht anders. Also raus aus den Federn und ab ins Bad. Da stand ich völlig zerknautscht und hundemüde. Zahnbürste in den Mund und los… ich putzte so vor mich hin und die Zeit rannte, peng waren die 2 Minuten Putzzeit auch schon um – hatte ich wirklich jeden Zahn geputzt? Wo war ich eigentlich in den letzten zwei Minuten? Ich war mir meiner nicht bewusst – war mit den Gedanken sonst wo, aber nicht im Bad beim Zähne putzen. Jetzt war duschen und Haare waschen an der Reihe – als ich die Dusche betrat beschloss ich, dass ich nun jeden Handgriff gaaaaanz langsam und bewusst machen werde – ich wusch mich und meine Haare, stieg aus der Dusche, trocknete mich gründlich ab, zog mich an und föhnte mein Haar – auf einmal der Schock – du hast gedampert, du hast Zeit verplempert, du kommst zu spät – neiiiiiiin….. und dann der Blick auf die Uhr, hey ich war nicht nur  – just in Time – nein, ich hatte genug Zeit übrig – ich hatte also die Zeit angehalten.

Was war passiert? Wie konnte das passieren?

Ich war im Moment, ich war achtsam, langsam und vor allem geduldig.

Haben wir nicht viel mehr vom Leben, wenn wir uns immer mal wieder solche Momente schaffen können? Ob wir es auch hinbekommen, diese Momente immer mehr werden zu lassen? Vielleicht ist dann nach Ostern nicht gleich gefühlte 3 Wochen später schon Weihnachten??

Ja auch ich muss an mein Näschen fassen und mich immer wieder daran erinnern,  mir solche Momente zu schaffen – erinnern wir uns gemeinsam daran.

Der Weg ist das Ziel – geschrieben 2018

01.Mai 2023

Wie abgedroschen geht das denn los?

Gerne genommen wird, ja aber… na genau, ich habe heute auch ein – ja, aber, denn ich fuhr mit dem Fahrrad.

Dazu muss erwähnt werden, dass ich mittlerweile ungern Fahrrad fahre, hab n Knorpelschaden im Knie – das tut immer mal böse weh. Was solls – ich fuhr Rad, und zwar durch den Wald, ich liebe den Wald, am liebsten möchte ich im Wald wohnen – also ich fuhr… ich genoss und fuhr, sehr langsam …. fuhr ich…. Und dann kam es wie es kommen musste, da war ein Berg – elende lang und unheimlich hoch. Ich musste da hoch, ich wollte ja heim und den Weg zurück hätte ich nicht geschafft – also Berg hoch… ich fuhr, ich schlich und fiel mehr oder weniger vom Fahrrad. Der Berg, na vielleicht war es auch ein Hügel, war lange nicht bezwungen.

Da stand ich nun am Hang mit Blick nach oben und wollte dahin und war gezwungen mein Rad den Berg hoch zu schieben – ach was noch zu erwähnen wäre, es war bullenheiß!!! Was hatte mich nur geritten, bei dieser Hitze das Haus zu verlassen? Also weiter im Text – ich stand da und schleppte mich bergan und wetterte vor mich hin… bis ich bemerkte, dass ich immer wieder zum Gipfel blickte und mich das wütend machte und mich extrem viel Kraft kostete. Also beschloss ich mich nicht mehr auf das Ziel zu fokussieren, sondern direkt vor mich sah, mir zunächst mein Vorderrad anzusehen wie es rollte, dann die Blumen am Wegesrand, kleine Steine die auf dem Weg lagen – ich war im Hier und Jetzt – und ich lief, schob mein Fahrrad, atmete die herrliche Luft und fühlte mich wohl. So ganz ohne Druck und schnell, schnell den Berg hoch – nein ich genoss den Weg – denn der war mein Ziel, mit jedem Schritt.

Eine Metapher die keine ist, weil sie wirklich passiert ist. Gern möchte ich euch heute auf den Weg geben, seid Achtsam, geht langsam und nehmt wahr was um euch ist – alles verdient es gesehen, gehört und wahr genommen zu werden.

Du müsst nicht am Gras ziehen, dass es schneller wächst – diese Geduld zu lernen und zu leben ist so befreiend. Sie eröffnet dir DEN Moment, das Wahrnehmen des JETZT und das darin Aufgehen um alles was ist zu genießen, auch wenn es schwer erscheint und du hart arbeitest.

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